|
Mersing: 02.03. - 03.03.02Mit dem Bus fuhr
ich am nächsten Tag in einer 7-stündigen Busfahrt wieder nach Mersing, wo mein Fahrrad schon sehnsüchtig auf mich wartete. Doch, um nichts überstürzen zu wollen, unternahm ich noch einen kleinen
Bootstrip zu 2 kleineren Inseln vor der Küste Mersings, wobei ich sehr nette Bekannschaft zu einigen deutschen Travellern machte. Kluang: 04.03.02 - 90 kmNach einem herzhaften Frühstück bei meinem
Lieblingsinder fühlte ich mich für eine Weiterfahrt mit dem Rad gewappnet. Die Straßen waren herrlich eben, doch mit Temperaturen bis zu 44° C war es auch ganz nett warm. Der Weg führte an
endlosen Palmenplantagen (zur Palmölgewinnung) vorbei. Viele Menschen winkten oder riefen mir freudig zu, so dass die Fahrt sehr kurzweilig und vergnüglich verlief. Nachdem ich ungefähr 6 Stunden
im harten Fahrradsattel ausharrte, kam ich im 90 km entfernten Kluang an. Zeit mal wieder ein Internetcafé aufzusuchen, um meine Mails zu checken. Doch o Weh! - hier in Malaysia befinden sich die
meisten Internetcafés im Kriegszustand! In kahlen Räumen mit nacktem Beton wird via Computer so lautstark und dröhnend aus bis zu 20 PC-Lautsprechern geballert, dass man sich am liebsten mit zugehaltenen
Ohren auf den Boden werfen würde, um Gnade winselnd. Überraschenderweise sind die Internetcafés zu jeder Tages- und Nachtzeit von adrett aussehenden Jungs, im Alter von ungefähr 15 Jahren, frequentiert.
Vormittags sind die Internetcafés meist gerammelt voll mit Kids in weißen Schuluniformen (wahrscheinlich gibt es hier bei den Temperaturen öfter mal hitzefrei), wobei am Abend schon auch mal das gesetztere Alter
in meist legerer Kleidung zum Rumballern kommt. Wer nun gegen wen ballert und warum, ist mir jedoch nie ganz klar geworden. Das E-Mail-Schreiben ist indes bei all diesen Kriegsgeräuschen die reinste
Tortur, so dass der gequälten Seele oft nur noch die Flucht - ab durch die Mitte - bleibt.
Muar: 05.03.02 - 110 kmNachdem ich in Kluang dem Kriegsschauplatz Internetcafé einigermaßen unbeschadet
entkommen war, ging die Fahrt, vorbei an Palmen- und Teeplantagen, weiter nach Muar. Ursprünglich plante ich, in das nur 55 km entfernte Batu Pahat zu radeln - doch als die Hitze am Spätnachmittag deutlich am Abklingen
war, verspürte ich einen nicht zu bändigenden Appetit aufs Radfahren, so dass ich nochmals 55 km drauflegte und weiter nach Muar fuhr. Das Hotelzimmer, das ich dort bezogen hatte, lag auch noch unglückseligerweise im 4.
Stock, so dass ich mich am Abend ziemlich groggy fühlte. Ich schaffte es gerade noch mir eine kleine Flasche "Medizin" einzuverleiben, als ich auch schon begann, auf dem Stuhl einschlafen zu wollen. Melaka: 06.03. - 11.03.02 - 45 kmNach einer knapp 3-stündigen Fahrt gelangte ich schließlich nach Melaka. Ich war schon recht neugierig auf die Stadt, da ich bereits zuvor euphorische Lobeshymnen aus
Travellermunde vernommen hatte. Melaka ist vor allen Dingen berühmt für sein Flair, welches die Häuser mit portugiesischer und holländischer Architektur vermitteln. Eine Stadt zum Wohlfühlen! Hier gibt es ein
Chinesenviertel, in welchem vor allen Dingen am Abend mit unzähligen Lämpchen und Lampions eine entrückte Atmosphäre wie aus Tausend und einer Nacht geschaffen wird. In den unzähligen chinesischen Tempeln finden
Karaoke-Shows statt, in welchen Ching und Chong (Hinz und Kunz) durch mehr oder weniger kunstgerechtes Trällern chinesischer Schnulzen ein geduldsames Publikum mittleren Alters zu recht verhaltenen Beifallsbekundungen
animiert. Auch als ich an einem Abend mit Yen, dem Besitzer des "Eastern Heritage Guesthouses" zum Poolspielen (Billard) eine Pinte aufsuchte, war es üblich, dass die meist jugendlichen Kneipenbesucher sich
gegenseitig ein schnurloses Mikrophon in die Hand drückten, um - so nebenher - chinesische Liedchen zur Hintergrundsmusik (mit Text) aus aus dem DVD-Player anzustimmen. Doch lebt es sich nicht nur
gut in Melaka - auch das Sterben scheint hier ein besonderes Vergnügen zu sein. Immerhin befindet sich hier der größte chinesische Friedhof außerhalb Chinas, mit angeblich 20 000 Grabstellen. Der Friedhof, der sich auf
einem großen Hügel befindet, hat in der Tat gigantische Ausmaße. Dort auf dem Friedhof, der durch die vielen Gräber eher einer Kraterlandschaft gleicht, kann man am Abend vorzüglich beobachten, wie sich die Sonne im
Dunst der Stadt aufzulösen scheint und unzählige Jogger ihrer schweißtreibenden Beschäftigung nachgehen. Ins Auge stechen in Melaka auch Rikshafahrer, die mit ihren Edelkarossen, welche kunstvoll
mit Baldachinen, hunderten von bunten Lämpchen und Fähnchen, sowie einer voluminösen Soundanlage ausgestattet sind, ihre Runden drehen. |