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Januar 2002

09.01.02, Hobart

Viele Wege führen nach Rom, doch fast genauso viele nach Hobart, der Landeshauptstadt im Süden der Insel.

Ich entschied mich dann nach etlichen Erwägungen für die "harte" Variante, eine Fahrt, die unter anderem über eine ca. 150 km lange Schotterpiste durch den wilden Westen Tasmaniens führen sollte.

Doch erst einmal machte ich Station am Strand von Marrawah, einem 100-Seelenkaff, ganz im Westen der Insel.

Die Fahrt dorthin führte durch eine Landschaft, die wegen ihrer vielen Weiden, welche in sattem Grün an Berghängen gelegenen waren, einen starken irisch-schottischen Charakter aufwies. Auch das Wetter erinnerte mich stark an Irland. Wenn es gerade nicht nieselte, dann regnete es... und wenn es  nicht regnete, dann schien gerade einige kostbare Momente lang die Sonne...und wenn die Sonne gerade nicht schien, dann nieselte es entweder, oder es regnete..... (und so ließe sich das Ganze ewig fortsetzen....)

Da ich schon eine ganze Weile pannenfrei war, beschloss das Schicksal diesem Umstand Abhilfe zu schaffen und bescherte mir auf freier Strecke eine gerissene Kette.

Dank des Fahrradreparatur-Crashkurses, den ich im Fahrradladen "rundum" in Wasseralfingen genoss, konnte ich jedoch diesem Problem mit etwas Geduld und Spucke recht gut beikommen.

Am Strand von Marrawah, dem "Green Point Beach", wurde ich mit einem atemberaubenden Abendhimmel, doch auch mit netten Zeltnachbarn, denen ich später noch einmal begegnen sollte, beschenkt.

Und da der Campingplatz recht günstig (er war nämlich für "umme"), das Wetter unbeständig und der kilometerlange Strand menschenleer war, beschloss ich noch einen Tag länger zu bleiben.

Und so wanderte ich am nächsten Tag viele Kilometer entlang des Strandes, ohne auch nur eine einzige Menschenseele zu Gesicht zu bekommen.

Ich genoß diese Einsamkeit mit dem Robinson-Crusoe-Flair und legte mich irgendwann, irgendwo in den Sand des Strandes, wo ich zur grandiosen Musik des gewaltigen Meeresrauschen recht bald einschlief und mir dabei einen satten Sonnenbrand im Gesicht holen sollte.

 

Tags darauf, es war Silvester, machte ich mich auf den Weg in Richtung Süden.

Die ersten 45 Kilometer kam ich trotz der Schotterpiste recht zügig voran. Die Fahrzeuge, die hier ab und zu fuhren,  hatten eine glatte Spur hinterlassen, auf der es sich recht gut fahren ließ. Dazu war es recht eben, so dass die Fahrt keine allzu große Herausforderung an Mensch und Maschine stellte.

Doch das sollte sich die nächsten 80 Kilometer schlagartig ändern.

Den ganzen Tag über sollten nun keine weiteren Fahrzeuge passieren, so dass ich wieder einmal das Gefühl h atte, ganz allein in Gottes weiter Welt zu sein. Der Dauerregen der nun einsetzte, begann nicht nur den Straßenbelag, sondern auch meine Haut aufzuweichen, da meine Regenhose bei dieser Art von Dauerberieselung ihre Grenzen erreichte und beschloss, nicht mehr dicht bleiben zu wollen. Auch das Terrain wurde zunehmend schwieriger.  Meist ging es einen halben Kilometer lang in 16-prozentigen Steigungen nach oben, danach genauso lang und genauso weit, wieder nach unten. Keine Frage, bergauf musste ich schieben, was aber angesichts der Tatsache, dass Fahrrad und Gepäck zusammen mehr als einen Zentner auf die Waage brachten, nicht gerade als Honigschlecken bezeichnet werden konnte. Bergab musste ich aufgrund der Pistenverhältnisse, (weicher Boden, Regenrinnen und freigespülte Schottersteine) so stark abbremsen, dass ich meist nur im Schritttempo vorankam.

Nachdem ich mich auf diese Art und Weise weitere 40 km vorwärts bewegt hatte und es erste Anzeichen dafür gab, dass die Dunkelheit hereinbrechen würde, begann ich einen Platz zu suchen, wo ich mein Zelt aufschlagen könnte. Das war schwieriger, als ich dachte, zumal der Boden entweder sumpfig-morastig, oder mit Steinen und Ästen übersät war. Schließlich fand ich eine Art Sandplateau direkt an der Straße, was mich aber nicht weiter beunruhigte, da sowieso kein Auto vorbei kommen würde. Ich war, so möchte ich behaupten, in einem Umkreis von mindestens 40 km der einzige Mensch. Um mich herum nichts als Wildnis. Ein tolles Gefühl, ein erhebendes Gefühl.

Gottseidank hörte es auf zu regnen, so dass ich,  nachdem ich mein Zelt in den Sand gesetzt hatte, mit dem Kochen der inzwischen legendären Spaghetti beginnen konnte. Und, welch' Glück, gerade als ich das Töpfchen vom Kocher nahm, öffnete Petrus wieder seine Pforten und ließ es wie aus Kübeln regnen.

Im Zelt ließ ich mir meine Spaghetti schmecken und freute mich darüber, dass ich am Vorabend ein paar Schluck Wein (der kluge Mann baut vor) in meine Trinkflasche abgefüllte hatte.

Draußen gab es Regen und jede Menge  Tiergeräusche -  drinnen die vielen Gedanken, die man halt so hat, wenn das Jahr zur Neige geht.

Bis Mitternacht bin ich dann aber in Ermangelung einer Person, mit der ich hätte anstoßen können, nun doch nicht aufgeblieben. So verklang Silvester dieses Mal, so ganz ohne Feuerwerk, Küsschen und Trara vorzeitig mit leisem Schnarchgeräusch.

Doch eigentlich, so muss ich zugegeben, war die deutsche Zeit für mich von größerer Bedeutung. Morgens um 10 Uhr, gerade als ich wieder mal mein vollbepacktes Fahrrad im Regen einen Steilhang hinaufschob und es in Deutschland Mitternacht wurde, kreisten meine Gedanken um meine Freunde, bei denen ich nicht war, um die Parties, die ich versäumte, um die Küsschen, die mir entgingen und um das Silvesterfeuerwerk, das mir sonst eigentlich immer recht unwichtig war, welches ich aber diesmal, komischer Weise, doch vermisste.

 

Die Fahrt sollte, nachdem ich von meinem Nachtlager aufbrach, eine weitere Steigerung erfahren. Es wurde nicht nur "wilder", auch die Steigungen wurden steiler und der Regen nässer. Diesmal fuhren ein paar wenige Autos an mir vorüber, was jedesmal fast einem familiären Ereignis gleich kam, da durch die Bank weg alle anhielten und sich nach meiner Befindlichkeit erkundeten. Das war mir auf dem Festland, als ich die Princess Highway entlang fuhr, nicht passiert!

 

Und dann, ich konnte es kaum fassen, war ich in Corinna angelangt. Es handelte sich dabei eher um  ein Gehöft, als um ein Dorf, denn als ich in dem Laden-cum-Campingplatz-cum- Wasweißichnichtnochalles nach einer Tageszeitung fragte, erntete ich nur lautes Gelächter. Wie schallend lachte der Betreiber des Megastores erst, als ich mich nach elektrischem Strom erkundigte. Und als ich dann auch noch nach einer Telefonzelle und einem Internet-Cafe fragte, gab es überhaupt kein Halten mehr: Mr Megastore wand sich in Krämpfen, bei denen es nicht mehr ganz ersichtlich war, ob es sich nun um Lach- oder um Weinkrämpfe handelte.

Die Nacht verbrachte ich in Corinna; auch deswegen, weil direkt beim Zeltplatz eine Art Hütte mit Feuerstelle vorhanden war. Leider ist es mir aber nicht gelungen das Feuer in Gang zu bringen, so dass meine Kleider nebst anderer Utensilien weitgehend ungetrocknet blieben.

 

Nachdem ich am nächsten Morgen das vom nächtlichen Regen triefend nasse Zelt auf's Fahrrad packte, ging die Fahrt weiter. Und wieder sollte es in Bezug auf Regen und Steigungen eine weiteres Superlativ geben. Die Steigungen wurden nicht nur steiler, sondern dazu auch noch länger, während der Regen in Begriff war, noch nässer, noch kälter und noch ätzender zu werden..

Wenigstens ging nach ungefähr 12 Kilometern die Schotterstraße in ein kleines, aber feines Asphaltsträßchen über. Nass bis auf die Knochen, hatte ich nur noch ein Begehr: Ein trockenes, warmes Hotelzimmer! Von Zeehan, dem Ort, in welchem ich hoffte, meine Träume verwirklichen zu können, trennten mich noch ganze 20 Kilometer.

Gerade war ich mit meinem Schwertransporter bei strömendem Regen mit der Bezwingung eines Steilpasses beschäftigt, als ein PKW direkt hinter mir zum Halten kam. Welch' große überirdische Freude!! Es waren meine netten Zeltnachbarn vom Marrawah-Beach, die mir hier ihre Aufwartung machten. Und... ich konnte es kaum glauben, innerhalb von 10 Minuten waren meine Taschen im Wageninneren verstaut und mein Fahrrad auf dem Dachständer festgezurrt.

Sharon und Russel habt Dank! Wie es sich am Abend bei einer gemeinsamen Flasche Wein herausstellen sollte, haben sich die beiden vor ungefähr 10 Jahren im Bus von Thessaloniki nach Istanbul kennengelernt. Sharon, die aus Kanada stammt, zog dann letzten Endes zu Russel nach Melbourne, wo sie zwei super nette Kinder, Cazy (5 Jahre) und Fin (2 Jahre) zur Welt brachten.

Es gibt es also doch noch, das Schicksal, das im richtigen Augenblick die richtigen Fäden zusammenführt....

 

Da ich von Sharon und Russel erfahren hatte, dass Mitte Januar in dem Ort Cygnet, südlich von Hobart, ein 3-tägiges Folkfestival stattfinden würde, beschloss ich das touristische Strahan zu streichen und  begab mich auf dem direktesten Weg nach Queenstown. Dort wird schon seit über 100 Jahren Bergbau betrieben. Erst fand man Gold, dann Silber und nun wird schon seit vielen Jahren Kupfer abgetragen. In Queenstown soll sogar heute noch eines der wichtigsten Kupferbergwerke der Welt sein. Entsprechend "vermurkst" sieht auch die Landschaft aus. Nahezu kahle und nackte Berge  schillern in den verschiedensten Farben in der nicht vorhandenen Sonne und lassen mich an eine Mondlandschaft denken.

In Queenstown mietete ich mich in dem altehrwürdigen Empire-Hotel ein, ein Holzkasten, der mich durch seine imposante Fassade und seinem großzügigen Treppenaufgang recht beeindruckte.

Viel gab es in Queenstown jedoch nicht zu tun. Zum einen regnete es immer noch in Strömen und zum anderen schien hier wirklich der Hund begraben zu sein. Praktisch, dass in meinem Hotel auch gleich ein Restaurant mit Bar vorhanden war, so dass ich nicht gezwungen war, mich nach draußen in das schmuddelige Schmuddelwetter zu begeben.

Um einem gewissen Lagerkoller zu entgehen, bin ich dann natürlich doch auf Erkundungstour gegangen. Dabei hatte ich eine Pizzeria entdeckt, in welcher  ausgezeichnete, dicke, große, prall belegte, saftige Pizzen frisch im Ofen gebacken wurden.

 

Durch den deutsch klingenden Akzent der Pizzabäckerin aufmerksam geworden, kam ich dann mit ihr und ihrem Mann ins Gespräch. Beide stammen aus Osterreich (Graz) und haben 1959 im zarten Alter von ca. 18 Jahren nach Tasmanien "rübergemacht". Der Mann arbeitet seit damals im Bergwerk; seine Frau hat vor knapp einem Jahr die Pizzabäckerei eröffnet. Erstaunt war ich, als mir der Mann erzählte, dass er vor 10 Jahren das erste Mal in Österreich gewesen sei. 32 Jahre lang hatte praktisch überhaupt kein Kontakt in die alte Heimat bestanden.

Als er mir erzählte, dass vor 40 Jahren in Queenstown alles sehr primitiv gewesen sei und es nicht einmal eine Straße gegeben hätte, brauchte es nicht viel Phantasie, mir das vorstellen zu können.

Zwei ganze Tage sollte ich in Queenstown  regenbedingt festsitzen.

Wie groß war meine Freude, als sich das Wetter etwas aufzuklaren schien und ich mich wieder auf mein Fahrrad schwingen konnte. Auch meine Sachen waren dank der elektrischen Wandheizung (andere Heizungssysteme - außer offene Kamine - scheint es hier nicht zu geben) wieder einigermaßen trocken geworden.

 

Bis Lake St. Clair, dem nächsten belebten Flecken mit Campingplatz in Richtung Hobart, sollten es 95 km sein. 2 große Steigungen mit insgesamt 1400 Höhenmeter galt es (laut Auskunft meines Fahrradcomputers) zu überwinden. Als ich nach achteinhalbstündiger Fahrt  beim Lake St. Clair ankam, war ich zwar recht müde, gleichzeitig aber auch ganz "happy", da ich auf der Fahrt mit grandiosen Natureindrücken belohnt wurde.

Erst ging die Fahrt entlang eines dichten Regenwaldes, wo ich mein erstes Wombat sehen sollte. Lebend, denn das zweite, das ich zu Gesicht bekam, lag mit der Schnauze nach oben auf der Straße und war mausetot, oder besser gesagt, wombattot. Dabei sind das wirklich recht putzige Tierchen.. Und das beste, sie sehen genau so aus, wie sie heißen, wie Wombats eben. "Wommm - Battt!" Dem interessierten Leser, der sich vielleicht immer noch nicht so recht vorstellen kann, wie ein Wombat denn nun wirklich aussieht, sei empfohlen, zu einem Tierlexikon oder ähnlichem zu greifen.

Dann kann er auch gleich bei "Tasmanischer Teufel" nachschlagen, den ich auf meiner Fahrt (zwischen Marrawah und Corinna) ebenfalls zu Gesicht bekommen habe. Lebend! Ein tolles Erlebnis. Leider kam ich nur ca.10 m an das kleine Kerlchen heran. Es war gerade im Begriff, sich auf der unbelebten Straße in der Sonne aalen zu wollen, als es durch die Fahrradgeräusche auf mich aufmerksam gemacht wurde. Es besann sich eines besseren und trottete wieder gemächlich in das Dickicht des Regenwaldes zurück, dorthin, wo es zuvor hergekommen war.

Meiner Meinung nach (die wissenschaftlich sicherlich nicht standhalten kann), handelt es sich beim "Tasmanischen Teufel" um eine Kreuzung zwischen Hund und Katze.

 

In Lake St.Clair wurde ich von Petra aus Worms angesprochen - auch sie war mit Fahrrad und Packtaschen in Tasmanien unterwegs.

Morgens zum Frühstück bekam ich von ihr einen original deutschen Tschibokaffee- mit Kaffeefilter zubereitet - serviert. Nachdem es in Australien nur Instantkaffee zu geben scheint, ein wahrer Genuss!

5 km fuhren wir noch gemeinsam bis zu einer Kreuzung, an der Petra nach rechts und ich nach links abbiegen sollten.

Nächstes Ziel war der ca. 70 km entfernt gelegene Campingpatz von Wayatinah.

Kaum hatte ich mich von Petra verabschiedet, als mir eine weitere schwerbepackte Radfahrerin begegnete. Mit Megan aus Sydney hielt ich mitten auf freier Strecke ein halbstündiges Pläuschchen und bedauerte es am Ende, dass wir beide nicht in dieselbe Richtung fuhren.

 

Als ich in Wayatinah ankam, hatte sich der Himmel wieder kräftig eingeregnet. Auf einer Wiese an einem See stellte ich mein Zelt auf, was ich wohl besser hätte nicht tun sollen, da sich die Wiese über Nacht in ein Sumpfgebiet verwandelte.

Zum Regen, der nun schon seit Stunden herunterprasselte, gesellte sich auch noch ein recht unfreundlicher Sturm, so dass ich das kohl'sche Prinzip in Anwendung brachte und die ganze Chose einfach auszusitzen versuchte. Obwohl Wasser in mein Zelt sickerte und an ein ordentliches Frühstück nicht zu denken war, hielt ich es bis 3 Uhr nachmittags in dieser Kombüse aus Stoff und Nylon aus.

Doch dann war es genug! Der Himmel zeigte sich wieder etwas versöhnlicher, so dass ich beschloss, einen Ortswechsel vorzunehmen.

Wieder galt mein Begehr einem trockenen Plätzchen, sprich, einem Zimmer mit Heizung und richtigem Bett.

Nur 25 km weiter fand ich solchiges in der kleinen Ortschaft Ouze. Das Zimmer im einzigen Hotel am Ort war schnuckelig eingerichtet, das Bett war trocken und der Heizstrahler begann langsam die Feuchtigkeit aus Isomatte, Schlafsack und Klamotten zu vertreiben.

Als ich dann morgens auch noch Bacon und Eggs, zusammen mit einer guten Tasse Kaffee serviert bekam, war die Welt wieder vollkommen in Ordnung.

Auch der Himmel hatte, entgegen der schlechten  Wetterprognose in der Zeitung, ein Einsehen und ließ hin und wieder einmal die Sonne hinter einer Wolkenwand  hervorschauen. Wenigstens gab es einen Tag ganz ohne Regen! Whow!!!!

So war die 40 Kilometer lange Fahrt bis zum Mount Field Nationalpark das reinste Vergnügen. Bereits um 14 Uhr kam ich dort an, so dass noch genügend Zeit war, die Gegend zu erkunden.

Ich war mehr als beeindruckt! Ein wundersamer Weg führte durch einen verwunschenen Regenwald der mich an Feen, Hobbits und Elfen denken ließ, zu einem Wasserfall, der in hohen Kaskaden aus einer Höhe von über 40 Metern in die Tiefe stürzte. Und waren diese "Russel-Falls" schon sehenswert, so hatten es mir die "Horseshoe-Falls", einige Wegminuten weiter, besonders angetan.

Eine Landschaft, wie ein schöner Traum, eröffnete sich meinem Blick. Zwischen all den Farnen und Moosen ergoß sich ein Wasserfall, der wohl schon seit meiner Kindheit als DER Archetyp eines Wasserfalls, tief in mir schlummerte. Jedenfalls verspürte ich jede Menge "Dejà Vu" und konnte mich an seinem Anblick kaum satt sehen.

Insgesamt bin ich über 2 Stunden in dieser Zauberlandschaft unterwegs gewesen. Ich sah riesige Farne und riesige Bäume, die laut den Informationstafeln zu den größten der Welt zählen sollen. Uralte Burschen, die schon teilweise 400 Jahre auf dem Buckel, bzw. auf der Rinde hatten.

Gerne wäre ich noch in diesem Nationalpark geblieben. Da ich aber entschlossen hatte, das Festival zu besuchen, musste ich mich wieder auf die berühmten Socken machen.

Die Fahrt nach Hobart war recht gemächlich, obwohl ich mit mehr oder weniger starken Gegenwinden zu kämpfen hatte. Das Wetter scheint sich nun tatsächlich eines besseren besonnen zu habe, denn es gab wieder jede Menge Sonnenschein und kein einziges Tröpfchen Regen.

28.01.02, Taroona (bei Hobart)

In Hobart blieb ich nur 2 Tage, da ich rechtzeitig zur Eröffnung des Folkfestivals in Cygnet sein wollte. Es tat gut nach soviel "Pampa" wieder in einer Stadt zu sein. Hobart ist die Hauptstadt Tasmaniens und hat bei ihrer Größe von 150 000 Einwohnern - besonders kulturell - allerhand zu bieten.

Neben vielen sympathischen Kneipen gibt es hier jede Menge Konzerte unterschiedlichster Couleur,  Ausstellungen, Galerien und Museen. Hier gibt es auch zwei Kinos, einen Botanischen Garten und massig Restaurants mit fremdländischer Kost.

Da ich vor hatte, nach dem Besuch des Folkfestivals noch einige Tage in Hobart zu verweilen, beschränkte ich mich deshalb vorläufig nur auf die Restaurants (Jammy jammy) und den Botanischen Garten.

Dort im Botanischen Garten verspürte ich auch zum ersten Male einen stechenden Schmerz im linken Knie. Dazu ließ sich sich das Knie auch nicht mehr richtig strecken, so dass ich meinen Spaziergang  leicht humpelnd fortsetzen musste.

Wat'n das? Ich hatte zwar vor gut 12 Jahren eine Meniskusoperation am linken Knie, doch seither keinerlei Probleme mehr gehabt.

Da sich nach einer Weile das Knie wieder strecken ließ, hoffte ich, dass es sich dabei um ein schnell vorübergehendes Phänomen handeln würde..

Wie geplant setzte ich deswegen am Freitag, den 11. Januar meine Fahrt in das 50 Kilometer entfernte Cygnet fort. Das Fahrradfahren schien dem Knie keine weiteren Probleme zu verursachen; doch wenn ich zu Fuß unterwegs war, hatte ich das Gefühl, wie auf Eis zu gehen, da ich das Bein nicht mehr vollständig belasten konnte.

Auch das Phänomen, dass ich das Knie nicht mehr richtig durchstrecken konnte, stellte sich hin und wieder ein, doch fand ich bald heraus, wie sich die Sperre mit einem Druck auf die Innenseite des Knies wieder aufheben ließ.

In Cygnet hatte sich bereits kunterbuntes Volk versammelt. Überall herrschte große Betriebsamkeit - Stände wurden aufgebaut, Musikanlagen ausprobiert, Trommeln herumgetragen und Rucksäcke abgestellt.

Das Cygnet-Festival, das in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feierte, gilt als eines der wichtigsten Musikereignisse hier in Tasmanien.

An 3 Tagen gab es in mehreren Hallen und Sälen Musik aus verschiedenen Regionen der Welt. Musik aus Afrika gab es genauso zu hören, wie Musik aus Mazedonien, Schottland ("Shooglenifty"), Spanien, Südamerika und Asien. Natürlich gab es auch viel "australische Folklore", die meist entweder stark keltisch-irisch oder countrymäßig-amerikanisch beeinflusst war. Doch  auch Musikparodien, Klassisches, Jazziges und Experimentelles gab es zu bestaunen.

Zur Musikerriege gehörte auch ein junger indischer Tablaspieler aus Benares (Dhiraj Shrestha), der fingerwirbelnderweise die Menschen mit einem Tablasolo, aber auch durch sein improvisiertes Spiel in einer Jazzformation, beeindruckte.

Martin Tucker, aus Tasmanien, der einfach jedes Instrument zu beherrschen schien, spezialisierte sich vor allen Dingen auf afrikanische Musik, wobei Mbira (Daumenklavier) und Kora (afrikanische Harfe) zu seinen Hauptinstrumenten zählten.

In den Pubs von Cygnet fanden bis spät in die Puppen Folkmusiksessions statt, bei denen manchmal bis zu 15 Musiker aufeinander trafen. Die Qualität der Musik war rundum (Hallo Matze!) hervorragend.

Neben den ganzen Musikveranstaltungen gab es aber auch jede Menge Workshops, bei denen sich die Besucher des Festivals selbst in Tanz, Gesang und Instrumentalspiel erproben konnten.

Das Wochenende war superklasse!

Witzig war, dass vier meiner Zeltnachbarn ebenfalls mit dem Fahrrad unterwegs waren. Ein älteres Pärchen aus Neuseeland, das seit etlichen Monaten durch Australien radelte und ein junges Paar aus Melbourne, welches 3 Monate lang mit dem Fahrrad kreuz und quer durch Tasmanien tourte. Grabby, mit ellenlangem Rastahaar, befand sich übrigens zwei Jahre lang im Schüleraustausch in Köln und Hannover und sprach deshalb ein ausgezeichnetes Deutsch.

Am Montag war das Festival vorüber. Als ich aufwachte, waren bereits die meisten Zelte wie von Geisterhand verschwunden. Cygnet ging wieder in seinen gewohnten Alltag über. Müllmänner säuberten die Straßen, Stände wurden abgebaut. Die Atmosphäre war geprägt von sich umarmenden Menschen und davonfahrenden, hupenden Fahrzeugen.

Auch ich schwang mich wieder auf mein Fahrrad. Obwohl ich schon sehr spät dran war, wollte ich noch am Abend Hobart erreichen. Unterwegs kaufte ich mir am Straßenrand frische, süße Kirschen, die ich mit dem Gepäcksgummi so befestigte, dass ich während der Fahrt davon naschen konnte.

Die Fahrt verlor jedoch recht schnell an "Süße", als ich nach einigen Kilometern wieder mal einen Platten hatte und es kurze Zeit später auch noch anfing zu regnen. Da es schon recht spät geworden war und auch das Wetter nicht unbedingt zur Weiterfahrt motivierte, entschloss ich mich zurück, in das 7 Kilometer entfernte Huonville zu fahren.

Nach ungefähr 3 Kilometern Fahrt hielt ich an, weil mich ein Quietschen am Hinterrad nervte und ich herausfinden wollte, wodurch das Geräusch verursacht wurde. Ich war noch ganz in die Suche nach dem Geräusch vertieft, als plötzlich jemand neben mir stand sich erkundigte, ob ich Hilfe bräuchte.

Das war Paul. Vor ungefähr 10 Jahren war er fünf Jahre lang mit dem Fahrrad rund um die Welt unterwegs und fühlt sich seitdem Radfahrern, die sich in Not befinden, zur Hilfe verpflichtet.

Nachdem wir die Ursache des Quietschen ausfindig machen konnten, fragte mich Paul, ob ich  Lust hätte, bei ihm im Haus zu übernachten. Ich nahm natürlich dankend an und schwuppdiwupp waren  Fahrrad und Gepäcktaschen auf der Ladefläche seines Pickups verstaut.

Nach ungefähr 6 Kilometern bogen wir in einen riesigen, einsam gelegenen Wald ab. Auf der Fahrt erzählte mir Paul, dass 4 Hektar davon ihm und seinen  Freunden gehörten, und sie es sich zum Ziel gesetzt hatten, den Wald vor Abholzung zu bewahren.  Paul war von Beruf Ranger und hatte  schon von Amts wegen viel mit Naturschutz zu tun.

In dem überaus bemerkenswerten Haus, das er alleine geplant und gebaut hatte, wohnte er mit seinem Lebenspartner Michael ("Maikel").

Bei einem leckeren Abendessen machte ich auch Bekanntschaft mit Susi (aus NYC)  und Joe. Beide waren sogenannte WWOOFers (kommt von WWOOF - "Willing Workers On Organic Farms").

WWOOFer arbeiten ungefähr 4-5 Stunden am Tag und erhalten dafür freie Verpflegung und Unterkunft. Ich war recht beeindruckt, als ich das WWOOFer-Buch mit hunderten von Angeboten, die zum Teil überaus verlockend klangen, zu Gesicht bekam. Joe und Susi waren WWOOFers aus Leidenschaft und zogen schon seit mehreren Jahren WWOOFenderweise von Ort zu Ort. ("WWOOFing" gibt es übrigens auch in Deutschland. Wer sich dafür interessiert, kann sich unter der Internetadresse www.wwoof. de informieren) (Dieser Hinweis war gebührenfrei!)

Mir gefiel es so gut im Haus von Paul und Michael, dass ich kurzerhand beschloss, noch einen weiteren Tag dort zu bleiben. Da ich Lust auf Gartenarbeit hatte, schloss ich mich Susi und Joe an, die mit der Pflege des Gartens beauftragt waren.  Meist war ich mit Unkrautjäten beschäftigt, wobei mir bei all den exotischen Pflanzen jedoch nicht immer ganz klar war, wann es sich nun um Unkraut handelte und wann nicht. Es war ein sehr angenehmes und entspanntes Arbeiten, bei welchem auch das "Schwätzchen" nicht zu kurz kam. Trotzdem war ich nach 4 Stunden ganz schön geschafft und hatte das Gefühl, das köstliche Abendessen redlich verdient zu haben.

Am nächsten Tag zog ich weiter. Die Landschaft war so atemberaubend schön, dass das Radfahren selbst bei den vielen Höhenmetern, die es zu überwinden galt, das reinste Vergnügen war.

Nur das Knie wollte nicht so recht mitmachen. Bereits in Cygnet fiel mir das Gehen immer schwerer, so dass bald klar war, dass ich in Hobart einen Arzt aufsuchen müsste. Da man hier eine Überweisung zum Spezialisten benötigt, galt es erst einmal, bei einem Allgemeinarzt vorzusprechen. Das traf sich gut, denn direkt gegenüber des Backpackers in Hobart praktizierten die "Travel Doctors", eine Gemeinschaftspraxis dreier Ärzte, die sich besonders der gesundheitlichen Probleme Reisender verpflichtet fühlten.

Frau Doktor Ng (kein Schreibfehler!) untersuchte mein Knie, drückte mal hier hin, mal dort hin und kam dann letzten Endes zu dem Schluss, dass es wohl besser wäre, wenn ich einen Spezialisten aufsuchen würde. Doch sie wollte mir keine allzu großen Hoffnungen machen, da es normalerweise 6 bis 10 Wochen dauern könnte, bis man einen Sprechstundentermin bei einem Orthopäden bekäme. Dennoch erhielt ihre Sekretärin den Auftrag, die am Ort ansässigen Orthopäden der Reihe nach telefonisch abklappern, um möglicherweise doch noch irgendwo einen baldigen Sprechstundentermin zu ergattern.

Da staunte sogar Frau Dr Ng, als ihr wenige Minuten später die Sekretärin mitteilte, dass Dr Turner noch am selben Tag einen Termin für mich hätte.

Zuvor wurde ich jedoch noch zum Röntgenarzt geschickt, wo einige Pinup-Fotos meines durchleuchteten Knies aufgenommen wurden und eine geballte Ladung Ultraschall zum Einsatz kam.

Das Timing war recht gut, da ich mich nach 2-stündigem Aufenthalt in der Röntgenpraxis nun schnurstracks auf den Weg zu Dr Turner machen konnte.

Außer einer Liege, schien im Behandlungszimmer von Dr Turner nichts an eine Arztpraxis zu erinnern. Das Zimmer war mit dunklen massiven Möbeln ausgestattet und Dr Turner war mit dunklem Anzug und Krawatte gekleidet, so dass ich eher den Eindruck hatte, bei einem Psychiater gelandet zu sein.

Doch dann bekundete Dr Turner tatsächlich Interesse an meinem Knie und bat mich, mich auf die Liege zu setzen.. Weder seine Untersuchungen, noch die Röntgen- bzw. Ultraschallaufnahmen ergaben irgendwelche Aufschlüsse bezüglich der Ursachen des Knieproblems.

Nur über eine Arthroskopie ließe sich genaueres sagen. 

Eine Arthroskopie könne jedoch ambulant durchgeführt werden, so dass der Patient einige Stunden nach dem Erwachen aus der Vollnarkose aus dem Krankenhaus entlassen werden könne.

Was tun? Dr Turner bat mich, zu überlegen, ob ich die Operation vielleicht nicht doch in meinem Heimatland - also in Deutschland - vornehmen lassen wolle.

Doch ehrlich gesagt, hatte ich wenig Lust dazu. So erklärte ich mich damit einverstanden am Montag die Operation durchführen zu lassen.

Telefonisch wurde in den Krankenhäusern in Hobart angefragt, ob am Montag ein Operationssaal gebucht werden könne. Auch ein Anästhesist wurde rekrutiert, so dass, nachdem alle Termine koordinierte waren, feststand, dass am Montagmorgen um 8 Uhr die Operation im Calvary-Krankenhaus stattfinden würde.

Das Gute war, dass noch ein ganzes Wochenende dazwischen lag!

Ich schaute mir im Kino "Herr der Ringe" an, ging in den Botanischen Garten, wo ich bei bestem Wetter unter exotischen Bäumen auf einer Decke 'rumlümmelte, ging mit Craig, meinem Zimmergenossen in der Ausgehmeile "Salamanca" einen heben und besuchte Hobarts berühmten "Weekendmarket", der neben Livemusik, deutschen Bratwürsten und Flohmarktsgruscht einiges zu bieten hatte.

Ich war gerade auf dem Weg "nach Hause", als plötzlich Martin Tucker, der Musiker vom Cygnet-Festival, neben mir stand und sich nach meiner weiteren Reiseroute erkundigte. Martin hatte ich in Cygnet kurz kennen gelernt und war deshalb höchst erfreut, ihn in Hobart wieder zu treffen. Ich erzählte ihm von meinem Operationstermin am Montag und dass ich wohl noch eine ganze Woche in Hobart verbringen müsse, bis mein Knie wieder einigermaßen einsatzbereit sei. Als Martin mir dann ganz urplötzlich das Angebot machte, ich könne die Zeit über bei ihm zu Hause wohnen, konnte ich mein Glück kaum fassen.

Tags darauf, am Sonntag, sollte ich Martin zufälliger Weise wieder treffen. Auf einem Sportgelände in Hobart gab es bei freiem Eintritt von 16 Uhr bis 20 Uhr ein kleines Weltmusikfestival, bei welchem 5 Gruppen unterschiedlichster Musiktraditionen auftraten. Den Auftakt machte Martin mit seiner Gruppe "Wahida", die mit der beeindruckenden Stimme von Ajak aus dem Sudan faszinierte.

Aber es gab auch noch tolle Musik aus Russland (im Stil der Farlanders aus Moskau), aus Griechenland (Sirtaki-Grooves), aus Mazedonien und aus Spanien (Flamenco).

Die Atmosphäre war bei bestem Wetter überwältigend. Jung und alt tanzten ausgelassen zu den Rhythmen der verschiedenen Grooves; jedermann und jedefrau war "happy" und "enjoyte", so dass das Musikereignis immer mehr den Charakter einer riesigen Party annahm.

Und so fühlte ich mich für die Operation am nächsten Tag bestens gewappnet!

Frühmorgens fuhr ich mit dem Bus in das vom Stadtzentrum 5 Kilometer entfernte Krankenhaus. Dort ließ ich die vielen Fragen bezüglich meiner Krankheitsgeschichte über mich ergehen, unterschrieb etliche Erklärungen, ließ mich OP-spezifisch einkleiden und wurde dann auf einem Bett durch die Gänge des Calvary-Krankenhauses in den Operationssaal gerollt.

Dr Wallace verabreichte mir eine Narkosespritze und schon war ich weit weit weg, in einem Land, jenseits der Träume.

Als ich aufwachte, war schon alles vorbei. Ich war in einem Zimmer, hatte einen dicken Verband am Knie und auf dem Tischchen neben dem Bett stand ein kleiner Plastikbehälter, in welchem sich ein unansehliches, erdnussgroßes Knorpelteilchen befand.

Von einer Krankenschwester erfuhr ich, dass dieses Teilchen, welches sich lose im Knie befand, von Dr Turner entfernt wurde. Es hatte sich dort langsam gebildet und war für die ganzen Probleme, die ich in letzter Zeit mit dem Knie hatte, verantwortlich.

Ich war heilfroh, dass der Bösewicht ausfindig gemacht werden konnte. Nun, nachdem die Ursache beseitigt war, würde mein Knie nach einer kurzen Zeit der Genesung wieder voll einsatzfähig sein.

Hurra! Ich musste also nicht wegen des Knieproblems meine Reise abbrechen, wie ich es anfänglich durchaus in Betracht ziehen musste.

Mir ging es zunehmend besser. Mit Kaffee und Kuchen wurde ich aufgepäppelt und verließ planmäßig nach einem Mittagessen das Krankenhaus auf eigenen Beinen, ganz ohne Krücken!

Ich konnte es selbst kaum fassen, aber seit der Operation hatte ich keinerlei Schmerzen, so dass sich die Schmerztabletten, die ich in einer Apotheke kaufte, als Fehlkauf herausstellen sollten.

Im Backpacker ruhte ich mich noch ein wenig aus und freute mich über die vielen Anrufe, die ich von Eltern, Geschwistern und Freunden bekommen hatte. Es ist sagenhaft, wenn man sich am anderen Ende der Welt befindet und mit solcher Anteilnahme beschenkt wird. Dafür möchte ich mich im Nachhinein noch einmal herzlichst bedanken!

Am Abend ließ ich mich von einem Taxi nach Taroona, welches sich 6 Kilometer südlich von Hobart am Meer befindet, bringen.

Martin hatte bereits ein Abendessen zubereitet und hieß mich in seinem Haus mit einem Glas Rotwein  willkommen.

Das Haus lag wunderschön auf einer Anhöhe, so dass man von einem großen Balkon aus einen phantastischen Blick auf das Meer hatte.

Überall im Haus standen Musikinstrumente herum, der Garten war voller Blumen, die Sonne schien und ich hatte das Gefühl, dass es das Leben momentan besonders gut mit mir meint.

Martin und ich unternahmen recht viel miteinander;  mal saßen wir abends am Meer und musizierten gemeinsam, besuchten mal Freunde von Martin, die zum Teil in recht eigentümlichen Häusern wohnten, kochten zusammen asiatische Gerichte, machten Erkundungsgänge zu den Klippen von Taroona und zum Wasserfall von Snug, gingen im Meer schwimmen oder hockten einfach nur auf dem Balkon und genossen einen der vielen lauen Sommerabende.

Mit Christina und Eleonore, die ich bei Martin kennengelernt hatte, fuhr ich auf den Mount Wellington, dem Hausberg Hobarts, von dem aus man einen sagenhaften Blick auf die Küstenlinie des südlichen Tasmaniens hatte.

Hin und wieder fand in Martins Haus auch eine Musikprobe statt, so dass ich quasi vom Wohnzimmer aus beste afrikanische Livemusik genießen durfte.

Ich fühlte mich so wohl in Taroona, dass ich schon ernsthaft in Erwägung zog, von Singapur aus wieder nach Tasmanien zurückzukehren, um mich dann bei Martin, der ein Zimmer zu vermieten hat, einzuquartieren.

Doch die Lust am Reisen und am Radfahren ist letzten Endes doch stärker, so dass ich die  Gedanken an ein Sesshaftwerden schnell wieder aus dem Kopf vertrieb.

Bereits 5 Tage nach der Knieoperation schwang ich mich wieder auf mein Fahrrad und war höchst erstaunt, wie gut es wieder mit dem Treten klappte.

Die Reise im globalen Dorf geht also weiter!

Dr Turners Segen habe ich.

 

 

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